aktualisiert 29.05.2013

Paddeln ist nicht schwer. Wir zeigen Ihnen wie's geht!

Kanuverleih auf der Seeve


Fluss-Charakter:
Flotte Strömung und einige fahrbare Wehre und Schwälle prädestinieren die Seeve als spritzig-sportliches Erlebnis. Am Bendestorfer Wehr sollten unerfahrene (und auch den anderen empfehlen wir dies ausdrücklich) Paddler lieber umtragen, vor allem, wenn auch noch kleinere Kinder mit im Kanu sitzen. Zum guten Ende kann man gemütlich in der gepflegten Horster Mühlen einkehren oder (dies ist nur den Paddlern von Kajaks erlaubt) weiter bis nach Maschen oder sogar zur Elbe paddeln.

Abschnitt Jesteburg, Eisenbahnviadukt - Horster Mühle Horster Mühle - Elbesiel
km / Fahrzeit Std ca. 7,32 123,5
Bemerkung Sehr schöner und erlebnisreicher Fluss mit sportlicher Note und herrlichen Schwällen. Nur für Kajaks erlaubt
Empfehlung In jedem Boot sollte mindestens ein tatkräftiger Paddler sitzen.   
Google-Maps Link der Einsatzstelle Jesteburg, Eisenbahnviadukt (in Jesteburg in den Moorweg abbiegen, dann immer geradeaus) Horster Mühle
Maschen
Seevesiel/Elbe
Teilstrecken in km   Horster Mühle-Maschen 6,5
Maschen-Seevesiel/Elbe 5

Unsere Empfehlung: Sehr umfangreiche und anschauliche Informationen zu Ihrer Paddeltour enthält der Jübermann Tourenatlas für Wasserwanderer, so etwas wie die Paddler-Bibel und immer das passende Geschenk für jeden Paddler.

Ausführliche Beschreibung:
Die (frühest mögliche und eigentlich einzig sinnvolle) Einsatzstelle befindet sich am Eisenbahnviadukt (Brücke) zwischen Jesteburg und Marxen. Es geht schon gleich mit einem kleinen Schwall unter der Brücke los, so dass völlig Ungeübte bei sehr ungeschickter Fahrweise hier schon einmal testen ob ihr Körper eigentlich auch einmal etwas Adrenalin zur Verfügung stellen kann. Normalerweise ist dies aber keine kritische Stelle sondern ein amüsanter Beginn der Paddeltour auf der Seeve. Damit es nicht langweilig wird folgt aber schon bald eine kleine Stufe, ein verfallenes Wehr und sorgt für die sportliche Note. Wie immer bei solchen Stufen: Mit dem meisten Wasser hindurch und nicht gerade dort, wo im Unterwasser dicke Brocken lauern. Die Strecke stellt nun erst einmal keine besonderen Ansprüche an den Paddler, er kann die herrliche Natur so richtig genießen und auf dem Wasser relaxen. Mit umgestürzten Bäumen, die, solange sie stehen, dem Paddler auch im Hochsommer herrlichen Schatten spenden, muss allerdings immer einmal gerechnet werden. Ungefähr 45min nach dem Start sollte man nun aber aufpassen: Es naht (eigentlich naht natürlich der Paddler in seinem Kanu) das Bendestorfer Wehr! Das wirft folgende Fragen auf:
1. Woher weiß ich, wann das Wehr "kommt"? Das Wehr liegt an einem geraden Flussabschnitt, ist aber trotzdem schlecht zu erkennen, da es vorher bereits abwärts geht und das eigentliche Wehr erst spät ins Blickfeld kommt. Deshalb ist es wichtig bereits vorher die Anzeichen zu kennen. Sobald sie durch die Bäume am linken Ufer der Seeve einen Sendemast in Metallgitter-Bauweise sehen (der in der Nähe, aber doch HINTER dem Bendestorfer Wehr liegt) müssen Sie darauf gefasst sein, dass jetzt gleich die Aussatzstelle auftauchen wird. Diese (kein Steg und erschwert durch einige kleinere Pfähle im Wasser) genau dort wo die Bäume am linken Seeve-Ufer enden.
2. Fahre ich das Bendestorfer Wehr oder nicht? Kleine Kinder oder unsichere, ängstliche Personen dabei? Umtragen! Das Befahren macht natürlich einen Riesenspaß (vor allem für den Hintermann, wenn der Vordere beim Eintauchen auch noch schön nass gespritzt wird), aber man kann, wenn man sich ungeschickt anstellt, auch kentern und schmerzhafte Bekanntschaft mit den Steinen machen. Es spricht für das Verantwortungsbewusstsein, die Persönlichkeit und Souveränität einer Person, wenn sie sich hier lieber für's Umtragen entscheidet.
3. Wie trage ich um? Umtragen geht so: Aufmerksam beobachten, wann die Aussatzstelle (s.o.) auftaucht. Im Fluss rechtzeitig (50-100m vor der Aussatzstelle) wenden und sich rückwärts im Fluss in der Nähe des linken (flussabwärts gesehen) Ufers treiben lassen. An der Aussatzstelle kurz vor dem Wehr anlanden und das Kanu aus dem Wasser ziehen. Das Boot zum Unterwasser tragen und es dort wieder in die Seeve einsetzen.
Nun folgt noch zwei kleine Stufen die man schön gerade herunter fährt und ein sich daran anschließender ruhigerer Abschnitt. Sobald man eine Straßenbrücke wahr nimmt, wird es noch einmal spannend: Sie unterqueren ein Haus, das ehemalige Rahmelsloher E-Werk. In dieser Hausdurchfahrt steht oft, abhängig vom Wasserstand mehr oder weniger hoch, eine Welle. Sie fahren aber einfach hindurch; außer ein paar Spritzern haben Sie hier keine Probleme zu befürchten. und können es sich in Ihrem Kanu auf dem anschließenden ruhigen Seeve-Teilstück bis zur Horster Mühle gemütlich machen. Linksufrig liegt direkt an der Seeve der Bargkamp, ein Gelände, auf dem im Sommer oft zünftige Pfadfinder-Zeltlager statt finden. Bald ist die Horster Mühle erreicht und Sie landen bequem am Sandstrand an.
Die meisten Kanu-Touren gehen hier zu Ende, denn mit Canadiern, also den "normalen" Kanus, darf man nicht mehr weiter paddeln. Erlaubt ist dies nur für Kajaks, egal ob Einer- oder Zweierkajak. Auf dem Teilstück bis Maschen unterquert man vier Mal die Autobahn, die im Paddelboot aber trotzdem weit weg wirkt. Für die Aussatz- oder Umtragestelle in Maschen ist ein Bootswagen schon sinnvoll. Wen jetzt schon wieder die Abenteuerlust packt, kann den europaweit  größten Rangierbahnhof einmal aus einer ganz speziellen Perspektive erleben: Sie paddeln in einem 450m langen Tunnel unter ihm hindurch. Keine Angst, es ist keine enge Röhre, sondern breit, gerade und mit einem seitlichen Fußweg versehen. Die Augen brauchen eine kurze Weile sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, denn Licht kommt nur durch gelegentliche Treppenabgänge von den Gleisen herein. Aber schon ist man durch und erlebt das Hörstener Junkernfeld, ein Naturschutzgebiet, in dem die seltene Schachbrettblume gedeitht, in voller Schönheit. Achtung: Hier Anlandeverbot am linken Ufer der Seeve. Endpunkt Ihrer Kanutour auf der Seeve ist nun aber endgültig das Siel bei Over durch das die Seeve in die Elbe fließt bzw. vor ihr geschützt wird.